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| arei war müde. Noch hatte sie ein großes Stück Weges vor sich, ehe sie daheim war. Sie setzte sich auf einen Baum-stamm und ließ das Köpfchen traurig hängen. Wieder nichts | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| wie immer. Niemand wollte sie in den Dienst nehmen und ohne Arbeit gab niemand Geld. Tränen rannen über das magere Gesichtchen und sie flossen so sehr, als ob sie nicht mehr zu stillen wären. Da zupfte sie plötzlich jemand am Gewand und als sie aufsah, stand ein Zwerg vor ihr, der sie mitleidig fragte: "Warum weinst du denn so sehr, mein Kind?" Marei blickte das Zwerglein traurig an und begann mit leiser Stimme von der kranken Großmutter und der Not, die sie beide litten, zu erzählen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Als sie nichts mehr zu sagen wusste, meinte der Zwerg: "Du bist ein gutes Kind, Marei. Komm mit mir! Ich bringe dich zu unserer Königin, der guten Bergfee. Sie wird dir sicher helfen." Vorbei war alle Müdigkeit, als Marei dies hörte und munter schritt sie mit ihrem kleinen Freund den Berg hinauf. Son-nenschein und Vogelsang empfing die beiden im Reich der guten Fee, die sie sogleich |
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| begrüßte. Rings um den Thron, auf dem die Königin saß, standen viele Elfen mit Blütenzweigen in den Händen und sangen so fein und zart, daß es wie Glöckchen klang. "Wen bringst du mir, mein lieber Zwerg?" fragte sie dann Mareis Begleiter und dieser begann zu erzählen und sagte alles, was er von Marei wusste. Zuletzt bat er die Fee, Marei in ihrer Not zu helfen. Diese nickte mit dem Haupte und rief: "Dich brachte her mein guter Zwerg zu uns in diesen Zauberberg; auf, auf, ihr Elfen, fliegt geschwind und bringt zwei Gaben für das Kind! Zu wählen hat sie mit Bedacht, was sie dann reich und glücklich macht." |
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| Da schwirrten die Elfen auseinander und dabei sah es aus, als würden die Blumen zu tanzen beginnen. Husch - und sie waren weg. Atemlos hatte Marei zugehört und auf das Geheiß der Bergfee setzte sie sich zu ihren Füßen nieder, während der Zwerg einen goldenen Becher brachte, den er ihr zum Trunke bot. Kaum hatte sie aber aus dis Becher getrunken, als sie soviel Kraft Gesundheit in sich fühlte, daß sie vor Seligkeit außer sich war und lachen und tanzen hätte mögen. Die früher so blassen Wangen blühten auf und die kleine Marei sah auf ein schönes, junges Mädchen. Schon kamen die Elfen zurückgeflogen und legten Gaben in der Königin Hand: eine funke Kette aus Edelsteinen und einen einfachen hölzernen Kochlöffel. Während die Elfen einen Kreis um Marei bildeten, sang das Zwerglein: "Marei, o wähle mit Bedacht, die Fee, sie schenkt, was glücklich macht!“ Wie gebannt sah Marei auf die herrliche Kette und dachte, wie schön sie wohl damit aussehen würde, doch dann wandte sie sich still ab, zeigte auf den Löffel und sprach bescheiden: "Wenn Ich wählen darf, gütige Königin, so schenkt mir, bitte, den Löffel. Ich meine, er passt besser zu mir als Kette." Da lächelte die Fee, gab Marei Löffel in die Hand, während sich die Elfen und der Zwerg in einem wirbelnden Kreis um sie drehten und dabei sangen: "Ei, ei, sie hat es nicht verfehlt, den Löffel hat sie gut gewählt. Er macht die Torten wunderfein, die beste Köchin wird sie sein!" |
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| Die Königin trat nun auch in den Kreis und sprach: "Wohlan, nun braucht dir nicht zu bangen nach Arbeit kannst du jetzt verlangen Im hohen Schloss der König wohnt, der deine Kochkunst reich belohnt. Zum Zeichen, daß ich selbst dich sende nimm diese Kette noch als Spende." Und sie legte die herrliche Kette um Mareis Hals. Diese wusste sich vor Glück nicht zu fassen. Sie küsste der guten Fee die Hand, dankte vielmals für die .Gaben und nahm Abschied vom Zauberreich. Das Zwerglein brachte sie zur Felspforte und führte sie auf dem schnellsten Weg zum Königsschloss. Dann wünschte es Marei noch viel Glück und verschwand im nächsten Augenblick Viele, viele Menschen standen vor dem Schloss und blickten zu den beleuchteten Fenstern hinauf. Da kam eine Musikkapelle gezogen und hinter ihr marschierte ein langer Zug von Köchen und Küchenjungen mit weißen Schürzen und hohen Mützen. Sie schwangen den Kochlöffel zum Takte der Musik und riefen: "Lasst uns hinein, wir wollen die Königstorte machen!" Ehe Marei sich noch umsehen konnte, wurde sie von der Menge mitgerissen und stand bald auch in der großen, sauberen Schlossküche, wo die Köche bereits mit dem Backen begonnen hatten. Ein Küchenjunge erzählte ihr, daß der König denjenigen als Leibkoch behalten wolle, |
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| der die Königstorte machen könne. Und sie sah, wie ein koch nach dem anderen herrliche Torten In den Saal trug, in dem der König mit seinem Hofstaate saß. Von jeder Torte kostete der König und meinte: "Hm, hm, recht gut, aber die Königstorte ist es nicht" Als nun keine Torte mehr da war, schüttelte er den Kopf und sagte: "Ihr lieben Leut', das habt ihr ja recht brav gemacht; doch die Königstorte ist euch nicht gelungen.' Die Köche machten daraufhin sehr traurige Gesichter und einer schaute den anderen an und keiner wusste etwas zu sagen. Ein jeder hatte geglaubt, er wäre der beste Koch und hatte sich schon als Herrscher der Königsküche gesehen. Diesen Augenblick benützte Marei. Sie trat vor den König hin, verneigte sich artig und sagte: "Erlaubt, o König, daß ich die Torte mache." Die Köche lachten alle laut, als sie dies hörten und schrieen: "Seht doch das törichte Mädchen! Was bildet es sich ein? Die Königstorte will es machen? Ha, ha, ha! Was uns nicht gelungen ist, das will das Kind beginnen l" Der König gebot Ruhe, schaute Marei gütig an und sprach: "Führt das Mädchen in die Küche und gebt ihm alles, was es verlangt. Es soll die Königstorte machen!" Marei bekam eine große, weiße Schürze umgebunden und ein weißes Häubchen aufgesetzt und hantierte dort in der Küche, als ob sie daheim wäre. Ganz leise summte der Löffel in ihrer Hand: "Nimm Eier und Butter, Mandel und Zucker, Schokolad' und Vanill' und zehnerlei Gewürz, etwas Salz und auch Mehl und back alles goldhell!" Schnell mischte sie die Zutaten in einer Schüssel zusammen und |
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| war, begann er zu führen und zu schlagen, daß es nur so schäumte und wallte. Im Nu war die Tortenform gefüllt und nun vollbrachte der Löffel ein so kunstvolles, wunderschönes Gebilde, daß Mareis Augen vor Staunen übergingen. Schwupps war die Torte im Backrohr und ein lieblicher Duft durchzog die Küche; alle, die draußen vorübergingen, hoben schnuppernd die Nase. Eins, zwei, drei und die Torte war fertig gebacken. Sie sah so wundervoll. aus, wie wohl noch nie eine Torte ausgesehen hatte. Rosenknospen, so natürlich, wie gerade vom Stamm gepflückt, umrankten aus rosa Marzipan die Torte. Aus feinster Schokolade war der Überguss und in der Mitte erhob sich aus Mandeln das Königsschloss, ganz genau mit den Türmen und Kuppeln nachgeahmt, daß es wie ein Wunder schien. Auf einem goldenen Teller trug Marei die köstliche Torte in den Saal und als man sie sah, herrschte bei allen tiefste Bewunderung. Dabei ging ein so köstlicher Duft von der Torte aus, daß allen das Wasser im Munde zusammenrann. Der König konnte sich an der Pracht der Torte nicht genug sattsehen. Mit einem goldenen Messer schnitt er ein großes Stück davon ab und kostete es: "Ah, ah, ah, hm, hm, hm, o wie fein!" rief der König entzückt aus. Alle sahen verwundert zu und jeder hätte um sein Leben gern mitgeschmaust, doch der König geizte um jedes Bröselein. Als er mit dem Essen fertig war, umarmte er Marei und rief |
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| feierlich: "Die Königstorte ist dir wohl gelungen Die beste Köchin habe ich gefunden; Wohlan, du sollst mein Leibkoch sein!" Da ging ein Gratulieren an und selbst die eingebildetsten Köche schüttelten dem Mädchen die Hand. War das |
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| eine Freude für Marei! Sie bat den König, sogleich nach ihrer alten Großmutter zu schicken, und als diese kam, war ihr Herz von Glück übervoll. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| L. Keller | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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