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| ie | kleine Susi lag in ihrem weißen, sauberen Bettchen und war recht krank. Sie hatte Fieber und Halsschmerzen. Sie war warm eingepackt, hatte einen dicken Schal um den Hals gebunden und schluckte brav die vom Onkel Doktor verschriebene Medizin. Wenn die Mutter in der Küche zu tun hatte und ihr Bruder | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karli in der Schule war und sie nicht gerade ein kleines Schläfchen machte, dann schaute sie mit ihren müden Augen ganz sehnsüchtig zum Fenster hin und sah, wie draußen der erste Schnee fiel und wie die glitzernden Schneekristalle lustig an die Scheiben purzelten. Als wollten sie ihr zuwinken und ihr in ihre Krankenstube etwas Kurzweil bringen, so fröhlich tanzten sie hernieder - gerade auf ihr Fenster zu - und blieben dann als weißer Flaum auf den Leisten und dem Fensterbrettchen sitzen. Sie tanzten hernieder und auf einmal geschah etwas ganz Sonderbares: eine kleine Schneeflocke, die vom Himmel herunterkam, wurde größer und immer größer und auf einmal - plumps - da saß ein liebes, kleines Mädchen auf dem Fensterbrett. Kling - klang, klopfte es an die Scheiben und winkte der kranken Susi, ans Fenster zu kommen. Oh, was war das für ein reizendes Schneeflockenkind! Es war durchsichtig, wie aus Glas, hatte ein glitzerndes Kleidchen aus Schneekristallen an und auf dem Kopf trug es eine dicke Pudelmütze aus weichem Neuschnee. Auf einmal machte es: klirr - klirr - das Fenster sprang auf und das lockende Eiskind rief: "Komm mit mir, kleine Susi, ich zeig' dir etwas ganz Schönes!" Da hielt es das kranke Mädchen im Bett nicht mehr aus, schwups, sprang es heraus und lief zum Fenster. Da reichte ihr das Eiskind schon die Hände, zog sie beim Fenster mit hinaus und . . . heidi, nun ging es dahin in lustigen Sprüngen, im fröhlichen Tanz mitten durch das winterliche Treiben. Hinter den Häusern saß der Wind und blies und blies und trieb sie bis zum Wald hinaus. Dort glitten sie bei den alten, dicken Tannen zu Boden und verschnauften sich und lachten sich an und freuten sich von Herzen über diese wunderliche Reise. Doch auf einmal, da drehte sich Susi um und da sah sie, daß sie gerade vor einem weißen, glitzernden Schloß stand. "Ja, ja", sagte das kleine Eisfräulein, "das hier ist der Palast von unserer Eisprinzessin den wollt' ich dir heute zeigen! Und jetzt schau, |
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| nun kommt sie eben selber angefahren und hält Einzug in diesem Schloß und diesem Land, wo sie nun den ganzen Winter lang regieren wird! Aber wir müssen uns hinter diesem Baum hier verstecken, sie darf dich nicht sehen!" Ach, was war das für eine Pracht! Da kam nun wirklich eine herrliche, funkelnde Kutsche vom Himmel niedergefahren, gezogen von weißen, schimmernden Pferdchen, die bei jedem Schritt mit vielen Silberglöckchen läuteten, und rundherum tanzten viele Eiskinder und Schneeflöckchen mit glitzernden Röckchen. Und dann eilten sie alle auf das kristallene Schloß zu und öffneten dort Tore und Türen und Fenster, zündeten tausend funkelnde Lichter an und bestreuten die Wege mit Eisblumen. Dann stieg das holde Prinzeßchen aus ihrer Kutsche und bestieg ihren eisigen Thron. |
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| Viele dicke, kleine Schneemänner wackelten herbei und nahmen ihre Befehle entgegen. "Geh hinauf", sagte sie zum ersten, "und bestelle bei Frau Holle noch viel besten, weichen Schnee und laß ihn auf die Hügel schütten, damit die Kinder recht gut Schlitten fahren können !" Und zum nächsten sagte sie: : "Vor das Schulhaus | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| muß eine extragroße Schneeladung gebracht werden! Die Kinder wollen morgen endlich die versprochene Schneeballschlacht halten! Und vergiß nicht", sagte sie zum dritten, „im Norden die Tür aufzumachen, damit die erste Kälte-welle ins Land kommen kann, die Kinder wollen schon bald Schlittschuh laufen!'' - Dann winkte sie mit ihrem Zepter aus Eiskristall wieder einem so netten, runden Schneemann, und dabei sprühte ihr Krönchen aus Eiszapfen tausend Farben, und befahl: "Die Wege und | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Straßen laß mit recht viel festem, knirschendem Schnee bestampfen damit Sankt Nikolaus und das Christkind mit ihren Schlitten schon bald ins Land fahren können." "Oh, fein, oh, fein! Da freu' ich mich aber schon darauf!" schrie die kleine Susi laut auf und klatschte in beide Hände und . . . da erwachte sie. Und die Mutter, die gerade aus der Küche kam, sagte: „Hast du aber fest geschlafen und gut geträumt, mein kleines, krankes Mäderl! Und nun iß diese warme, gute Suppe, damit du Kraft bekommst und bald wieder ganz gesund wirst!'' Thea Menzel |
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