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Es waren zwei Königskinder
  
1. Es waren zwei Königskinder,
    die hatten einander so Lieb;
    sie konnten zusammen nicht kommen,
    |: das Wasser war viel zu tief, :| 

2. "Ach Liebster, könntest du schwimmen,
    so schwimm doch herüber zu mir!
    Drei Kerzen will ich anzünden, und
    |: die sollen leuchten dir." :|

3. Das hört ein falsches Nönnchen,
    die tät, als wenn sie schlief;
    sie tät die Kerzlein auslöschen,
    |: der Jüngling ertrank so tief. :|

4. "Ach Fischer, liebster Fischer,
    willst du verdienen groß Lohn,
    so wirf dein Netz ins Wasser
    |: und fisch mir den Königssohn.":|

5. Er warf das Netz ins Wasser,
    er ging bis auf den Grund;
    er fischte und fischte so lange,
    |: bis er den Königssohn fand. :|

6. Was nahm sie von ihrem Haupte?
    Ein goldne Königskron:
    "Sieh da, du wohledler Fischer,
    |: hast dein verdienten Lohn!" :|

7. Was zog sie von ihrem Finger?
    Ein Ringlein von Gold so rot:
    "Sieh da, du wohledler Fischer,
    |: kauf deinen Kindern Brot!" :|

8. Sie schwang sich um ihren Mantel
    und sprang wohl in die See:
    "Gut' Nacht, mein Vater und Mutter,
    |: ihr seht mich nimmermeh!" :|
 

 Worte: in Varianten aus Westfalen, vom Niederrhein und anderen Gegenden
Weise: Volkslied, früheste Version handschriftlich durch Dr. Bothe mitgeteilt (1804)



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