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Es dunkelt schon in der Heide
  
1. Es dunkelt schon in der Heide, nach Hause lasst uns gehn.
    Wir haben das Korn geschnitten mit unserm blanken Schwert.

2. Ich hörte die Sichel rauschen, sie rauschte durch das Korn.
    Ich hört mein Feinslieb klagen, sie hätt ihr Lieb verlorn.

3. Hast du dein' Lieb verloren, so hab ich doch das mein.
    So wollen wir beide mitnander uns winden ein Kränzelein.

4. Ein Kränzelein von Rosen, ein Sträußelein von Klee.
    Zu Frankfurt auf der Brücke, da liegt ein tiefer Schnee.

5. Der Schnee, der ist geschmolzen, das Wasser läuft dahin.
    Kommst mir aus meinen Augen, kommst mir aus meinem Sinn.

6. In meines Vaters Garten, da stehn zwei Bäumelein;
    das eine, das trägt Muskaten, das andere Braunnägelein.

7. Muskaten, die sind süße, Braunnägelein, die sind schön;
    wir beide müssen uns scheiden, ja scheiden, das tut weh.

Worte und Weise: Volkslied in zahlreichen textlichenun melodischen Varianten bekannt,
so aus Franken, der Gegend um Potsdamm, aus Brandenburg
und Sachsen sowie aus Heidelberg, wo es 1858 von Zuccalmaglio aufgezeichnet wurde.
Das Thema des Liedes läßt sich bis zur Rostocker Liederhandschrift aus
dem Jahr 1478 zurückverfolgen ("Nu wol hen, lat ruschen").



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