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Kommt ihr G'spielen
 
M 1. |: Kommt, ihr Gspielen,
        Wir woll'n uns kühlen
        Bei diesem frischen Taue! :|
        |: Werdet ihr singen,
        Wird es erklingen
        Fern in dieser Aue. :|

B 2. |: Hört, ihr Gsellen,
       Die Hündlein bellen,
       Was wollen wir beginnen? :|
       |: Lasset uns kriegen,
       Lasset uns siegen,
       Sommerlust gewinnen! :|

M 3. |: Hört, ihr Knaben,
       Ihr schwarzen Raben,
       Wollt ihr mit Mägdlein fechten? :|
       |: Wehret euch rühmlich,
       Wollen wir kühnlich
       Um den Sommer rechten. :|

B 4. |: Auf, ihr Brüder,
       Singt hoch und nieder,
       Den Sommer zu gewinnen! :|
       |: Ist es nicht Schande,
       Weit in dem Lande,
       Wenn wir uns besinnen! :|

A 5. |: Kommt ihr alle
       Mit großem Schalle,
       Wir woll'n den Mai begrüßen! :|
       |: Wenn wir recht singen,
       Wird es erklingen,
       Uns die Zeit versüßen. :|

 Melodie - Thüringisches Sommerlied; in Melchior Francks singspielähnlichem Werk
"Relation von dem Actu Oratorio: Von dem erlösten Jerusalem", am 16. Juni 1630 in Koburg aufgeführt.
M Mädchen / B Burschen / A Alle

Melodie ist sehr ähnlich der englischen Jagdmelodie "The hunt is up" (Die Jagd ist auf),
die nach William Chappell ("Popular music of the olden time" 1, London 1859) schon 1537 bekannt war.
Aus den Niederschriften dieser Melodie in Johann Thysius' handschriftlichem Lautenbuch
(um 1600; als Branle "Soet Olivier") und in J. J. Starters "Friesche Lusthof",
Amsterdam 1621, wurde gefolgert, daß englische Komödianten um 1600 diese Weise
über die Niederlande nach Deutschland gebracht haben.



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