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Wer recht in Freuden wandern will

1. Wer recht in Freuden wandern will,
    der geh der Sonn entgegen.
    Da ist der Wald so kirchenstill,
    kein Lüftchen mag sich regen.
    Noch sind nicht die Lerchen wach,
    nur im hohen Gras der Bach
    singt leise den Morgensegen.

2. Die ganze Welt ist wie ein Buch,
    darin uns aufgeschrieben
    in bunten Zeilen manch ein Spruch,
    wie Gott uns treu geblieben.
    Wald und Blumen, nah und fern,
    und der helle Morgenstern
    sind Zeugen von seinem Lieben.

3. Da zieht die Andacht wie ein Hauch
    durch alle Sinne leise;
    da pocht ans Herz die Liebe auch
    in ihrer stillen Weise,
    pocht und pocht, bis sich's erschließt
    -und die Lippe überfließt
    von lautem, jubelndem Preise.

4. Und plötzlich lässt die Nachtigall
    im Busch ihr Lied erklingen;
    in Berg und Tal erwacht der Schall
    und will sich aufwärts schwingen,
    und der Morgenröte Schein
    stimmt in lichter Glut mit ein:
    Lasst uns dem Herrn lobsingen.

Musik: Gustav Klauer
Text: Emanuel Geibel (1815-1884)



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